• Jaguar C-Type in den Farben des Ecurie Ecosse
  • Jaguar C-Type Lowdrag, modifiziert für Le Mans 1952 - Copyright by Sicnag

Jaguar XK120C (C-Type)

XK = Motor (X-Experimental/K-Baureihe)
120 = Maximalgeschwindigkeit
C = Competition

Bauzeit Mai 1951 bis August 1953
Basis Preis £ 2327

3 Werksfahrzeuge für den Motorsport gebaut
53 Fahrzeuge für den privaten Verkauf gebaut

Fahrgestellnummern: XKC001 bis XKC054

 

Entwicklung

Auf Basis des XK120 entwickelt Jaguar, für das 24 Stunden Rennen von Le Mans, einen Rennwagen mit der Bezeichnung XK120C oder schlicht C-Type. Der Buchstabe 'C' steht dabei für den englischen Ausdruck "Competition", zu deutsch "Wettkampf". Sieben Monate haben die Ingenieure und Techniker Zeit um aus Ideen, Plänen und Modellen drei fertige, für die Rennstrecke gerüstete, Fahrzeuge auf die Räder zu stellen. Dies geschieht neben dem normalen Tagesgeschäft, eine eigene Abteilung nur für das Renngeschäft gibt es zu diesem Zeitpunkt nicht. Die stromlinienförmige Aluminiumkarosserie wird von Malcom Sayer nach dem Vorbild des italienischen Barchetta Stil entworfen. Im unterschied zum XK120 besteht die Karosserie nicht aus einem Vorder- und Hinterteil, sondern aus einem Komplettteil. Die Front bietet keine Zwischenräume in denen Luftverwirbelungen entstehen können. Sayer versteht, durch seine früheren Tätigkeiten, viel von Aerodynamik und als erstes baut er auf dem Gelände der Jaguar Automobil GmbH einen Windkanal.  Er wird später auch mitverantwortlich für das Design des Jaguar D-Type und E-Type sein.
Um Gewicht zu reduzieren wird die alte XK120 Karosserie komplett durch einen Gitterrohrrahmen ersetzt. Dieser wird, unter Leitung von William Heynes, von Bob Knight und Derrick White entwickelt. Die Kombination aus Karosserie und Fahrgestell macht den Jaguar windschnittig und leicht. In den folgenden Jahren wird das Fahrzeug durch die gesammelten Erfahrungen ständig weiterentwickelt und verbessert. Während in den ersten Rennen noch Trommelbremsen und zwei H8 SU Vergaser zum Einsatz kommen, werden  am Ende vorne und hinten Scheibenbremsen, eine dünnere und damit leichtere Aluminiumkarosserie, sowie drei Weber Doppelvergaser und größere Zylinderköpfe in und an den Fahrzeugen verbaut. Diese Motoren werden später auch in den SE Varianten der Serienfahrzeuge verbaut.

Rennerfolge

Die aktive Rennzeit des Jaguar C-Type beginnt mit seiner Entwicklung 1951 und endet 1965. In diesen 15 Jahren erringt er ca. 120 Siege und nimmt an über 550 Rennen teil. Seine Blütezeit hat er in den Jahren 51 bis 54. Die Renngeschichte des C-Types wäre wohl nie so lang und spektakulär geworden, hätte sich der wohl größte Erfolg nicht gleich am Anfang eingestellt, alles beginnt in einem kleinen Ort in Frankreich...

Mit den Fahrern Peter Walker und Peter Whitehead im C-Type Startnummer 20 (XKC003) gewinnt Jaguar nach 267 Runden, 3611km und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 149km/h, am 23. Juni 1951 das 24 Stunden Rennen von Le Mans. Die drei Werksjaguar führen das Feld vier Stunden lang an, auf Position 1 die Startnummer 22 (XKC002) unter Stirling Moss / Jack Fairmann, auf Position 2 Peter Walker / Peter Whitehead und Position 3 die Startnummer 23 (XKC001) Leslie Johnson / Clemente Biondetti. Johnson und Biondetti müssen in der 50sten Runde wegen Öldruckproblemen aufgeben. Das Reglement schreibt vor, dass Probleme nur mit dem Werkzeug behoben werden dürfen, welches im Fahrzeug transportiert werden kann. Das bedeutete "das Aus" für das Team. Nach acht Stunden im Rennen ereilt Moss und Faimann das gleiche Problem, aber nicht ohne zuvor den Runden Geschwindigkeitsrekord zu brechen. Die Ingenieure finden die Ursache und geben ihre Informationen an das letzte verbliebene Team weiter. Das daraus resultierende Fahrverhalten führt schließlich zum Erfolg.
Auch an der RAC Tourist Trophy (Startnummer 7) auf der Dundrod Rennstrecke in Irland und in Goodwood (Startnummer 11) sichert sich der C-Type im September den ersten Platz. Der Fahrer in beiden Rennen und zuvor bereits in Le Mans hat zuvor bereits auf dem Jaguar XK120 Wettkampferfahrungen gesammelt. Er wird einmal zur Rennfahrerlegende werden, Stirling Moss.
Das Jahr 1952 beginnt zunächst bescheiden. Nach einem vierten Platz im April in Goodwood und dem Ausscheiden an der Mille Miglia am 4. Mai, gewinnt Jaguar mit dem C-Type jedoch in Silverstone noch im selben Monat. Auch hier verdankt Jaguar den Sieg Stirling Moss mit der Startnummer 40 auf dem C-Type XKC002.
Während der Mille Miglia 1952 setzt Jaguar das erste Mal Scheibenbremsen in einem C-Type ein. Fahrer des C-Type mit der Nummer 619 sind Stirling Moss und der damaligen Jaguar Chef-Entwicklungsingenieur Norman Dewis. Die Scheibenbremsen zahlen sich noch im selben Jahr aus. Im Mai gewinnt Stirling Moss den Großen Preis von Reims in Frankreich mit dem Jaguar C-Type XKC005, Startnummer 50. Der selbe Wagen nimmt in diesem Jahr im Juni am Großen Preis von Monte Carlo teil, holt sich im August den Sieg in Boreham und Turnberry sowie im September den zweiten Preis in Goodwood. Den Abschluss macht der C-Type XKC006 mit einem Sieg in Charterhall im Oktober, allerdings für den Rennstall Ecurie Ecosse in den Nationalfarben Schottlands, Stirling Moss ging mit seinem C-Type XKC005 als Zweiter durch Ziel.
Die 24 Stunden von Le Mans bringen Jaguar jedoch in diesem Jahr 1952 kein Glück. Der von Mercedes, nach 22 jähriger Abwesenheit, ins Rennen gebrachte 300SL, welcher bereits an der Mille Migra teilnimmt, ist trotz kleinerer Motorleistung überraschend schnell. Durch Stirling Moss angespornt, der den Mercedes 300SL aus dem Wettkampf kennt, lassen sich die Jaguar Ingenieure zu voreiligen Designänderungen hinreisen (siehe Foto oben rechts), das Ziel - mehr Geschwindigkeit. Durch die späten Änderungen, kurz vor dem Wettkampf, gehen die drei Werks C-Types (XKC001, XKC002, XKC011)  ohne Tests an den Start, auch die dringend benötigten Scheibenbremsen fehlen, angeblich noch nicht ausreichend getestet, es wird ein Desaster. Schnell stellen sich zwei Probleme ein. Die aerodynamischen Änderungen veranlassen den C-Type eher zu fliegen als zu fahren. Das zweite Problem jedoch wird Jaguar schließlich den Sieg kosten. Ein ineffizienter Wasserfluss im neuen Kühlsystem, welches entwickelt wurde um unter die lange Nase des neuen Designs zu passen, sorgt dafür, dass zwei der C-Types wegen Überhitzung bereits nach einer Stunde ausfallen. Der dritte Wagen mit den Fahrern Moos und Walker müssen später wegen Öldruckproblemen aufgeben. Mercedes fährt daraufhin einen Doppelsieg ein. Die Ironie, so schnell wie anfangs prophezeit waren die Mercedes nicht.
Im Jahr darauf, am 14. Juni 1953, kontert Jaguar ebenfalls mit einem Doppelsieg. Tony Rolt und Duncan Hamilton holen sich den ersten Platz mit ihrem C-Type XKC051. Dabei sind die Beiden bereits von der Rennleitung disqualifiziert, da es aus versehen zwei C-Type mit der Startnummer 18 gibt und sie ihr Heil im Alkohol ertrinken. William Lyons regelt die Angelegenheit kurz vor Rennstart zum Positiven.
Zwei Jahre nach dem ersten Sieg in Le Mans ist der C-Type bereits im Durchschnitt um 21km/h schneller und kann dadurch zusätzliche 37 Runden zurücklegen. Moss und Walker landen mit ihrem C-Type XKC053 und der Startnummer 17 auf dem zweiten Platz. Whitehead und Stewart belegen den Vierten mit dem C-Type XKC052.

Diesmal sind die Wagen mit Scheibenbremsen ausgerüstet und im alt bewährtem Design. Im Juli des Jahres belegt Stirling Moss, Startnummer 26 den zweiten Platz bei Monsanto. Auch in Übersee ist der Jaguar im Wettkampf aktiv. 1953 und 1954 nimmt ein C-Type (XKC029) an der Carrera Panamericana teil, ein 1900 Meilen Rennen quer durch Mexiko, beides mal jedoch ohne Erfolg.
1954, im letzten Jahr seiner Produktion, kann sich der Jaguar C-Type XKC012, mit der Startnummer 16, gesteuert vom belgischen Team Ecurie Francorchamps, noch einmal mit einem vierten Platz in vorderer Position in Le Mans behaupten. Obwohl in diesem Jahr noch viele Siege geholt werden können, vor allem vom Team Ecurie Ecosse, hat sich die Ablösung auf den großen Pisten der Renngeschichte bereits angekündigt. In Le Mans belegt das Jaguar Werksteam bereits den zweiten Platz - mit dem Nachfolgemodell, dem Jaguar D-Type.

Kenngrößen

Motor

Reihe 6 Zylinder 4 Takt

Antrieb

zwei obenliegende Nockenwellen, welche über Kette angetrieben werden

Ventile

Ventilwinkel 70o, hängende Ventile

Vergaser

2 x H6 Vergaser später 2 x H8 Vergaser
3 x 40 DCO3 Weber Doppel Vergaser (ab 1953)

Bohrung x Hub

83 x 106 mm

Hubraum

3442 cm3

Leistung

144.1 kw bei 5800 U/min
162 kw bei 5200 U/min (ab 1953)

maximaler Drehmoment

298 Nm bei 3900 U/min

Verdichtungsverhältnis

9:1

Kühlung

Wasser

Bremsen

vorn: Trommelbremsen
Scheibenbremsen (ab 1953)
hinten: Trommelbremsen
Scheibenbremsen (ab 1953)

Getriebe

4 Gang, ab 2. Gang synchronisiert, Übertragung über Kardanwelle auf die Hinterachse

Radaufhängung

vorn: Dreiecksquerlenker mit Drehstabfedern und hydraulischen Stoßdämpfern
hinten: Starrachse mit Druck- und Zugrohre mit Domstrebe verbunden und hydraulischen Stoßdämpfern

Karosserie

Aluminiumkarosserie

Radstand

2438 mm

Länge

3988 mm

Breite

1638 mm

Höhe

1080 mm

Höchstgeschwindigkeit

232 km/h

Beschleunigung 0–100 km/h

8,2 sek

Leergewicht

938 kg
888 kg (ab 1953)